
Hallo liebe Freunde,
wo wart Ihr die ganze Zeit? Oder wie ich, wenn ich zu spät ins Studio komme, zu sagen pflege, ach hier wollten wir uns treffen. Ich war im anderen Studio, äh Tagebuch :o).
Egal. Wie Ihr meinem heutigen Bild des Tages entnehmen könnt, komme ich ganz gut voran. Natürlich ist vieles ganz anders als ich es mir vorgestellt hatte aber das was da passiert ist wunderbar. So eine Platte funktioniert einfach wie im richtigen Leben und es ist so spannend für mich das wieder und wieder zu erfahren. Ein Abenteuer eben, bei dem man um manche Dinge kämpfen muss und manche einfach geschenkt bekommt, manches loslassen und an manchem mit aller Kraft festhalten muss und sich immer wieder fragt, was denn nun in welche Kategorie gehört.
So abgenutzt, abgedroschen und ausgelutscht der Vergleich auch ist, das Ganze ist wirklich wie eine Therapie bei der man so viel über sich selbst erfährt, während man in sich wühlt. Vor diesem Hintergrund ist es wohl ganz natürlich, dass manche Stücke eigentlich nur dazu dienen ein anderes Stück zu ermöglichen, allerdings kann man bevor man es fertiggestellt hat oder zumindest in die Nähe der Fertigstellung gekommen ist, nicht wissen mit welcher Art Stück man es hier wirklich zu tun hat. Is´ auch egal, denn es gibt aus meiner Sicht keine Abkürzung zu einer ordentlichen Platte. Wer das nicht begreift, begreift die Seele und den Sinn der Sache einfach nicht. Wie im Leben.
Ich bin nicht sicher, ob Produktionsdetails überhaupt für Menschen, die nicht so in die Produktion vertieft sind, von Interesse sein können aber schließlich ist dies ja ein Tagebuch und da kann man ja auch mal was aufschreiben, von dem man sich nicht sicher ist. Ha, wie bei einer Platte ... :o)
Naja, ich hab´ mich mittlerweile von ganz vielen Ansätzen und Playbacks getrennt, sodass noch knapp 30 (inklusive der 14 fertiggeschriebenen an der Wand) übrig sind. Ich habe mittlerweile genug angefangen, um bei vielen Dingen sagen zu können, dass ich sie nicht mehr ausprobieren muss, ein paar Experimente gilt es allerdings schon noch zu machen. Wir haben schon sehr viele Sessions gemacht und noch maximal 5 vor uns. Die meisten mit Ali an der Gitarre oder Instrumenten die irgendwie mit Gitarren verwandt sind, mit Peppa und Cassandra, mit Sängern, die ich noch nicht verraten darf, mit Raphael am Cello und zuletzt mit einem Schlagzeuger namens Moritz Müller. Es gibt noch sehr viel abzuarbeiten und man muss gerade bei großen Sessions sehr aufpassen, nicht das gebotene Feingefühl zu verlieren, muss ja aber auch irgendwie vorankommen. Ich sag´ es nochmal: Eine solche Platte ist in vielerlei Hinsicht ein Abbild des Lebens.
Natürlich lernt man bei einer solchen Unternehmung die Menschen mit denen man arbeitet auch immer wieder aufs Neue kennen. Man entdeckt wunderbare Details, hat diese Momente in denen man sich so sicher und geborgen fühlt und dann wieder Augenblicke in denen man einsam und alleine ist. Manchmal ist das sehr erbauend und manchmal auch enttäuschend. Ihr ahnt es, es ist wie im richtigen Leben und es gilt hier wohl, wie im richtigen Leben, nicht den Mut zu verlieren und sein Lächeln zu behalten. Mein Homeboy Wolfgang, der enormen Einfluss auf die in Rede stehende Platte nimmt, formulierte es mal so: Wir Menschen beklagen uns oft, dass der guten Tage so wenig sind und der schlimmen so viel, und wie mich dünkt, meist mit Unrecht. Wenn wir immer ein offenes Herz hätten, das Gute zu genießen, das uns Gott für jeden Tag bereitet, wir würden alsdann auch Kraft genug haben, das Übel zu tragen, wenn es kommt.
Hm, was gibt es noch zu berichten? Drei Dinge noch:
1. Mit dem letzten Stück an der Wand - "Für die Ewigkeit" - scheint ein sehr lang gehegter Wunsch in Erfüllung zu gehen.
2. Ich glaube, dass eine Platte nur mit sehr viel Liebe und dieser ganz besonderen Mischung aus Vernunft und (im Sinne des Kriegers des Lichts) Verrücktheit gut werden kann.
3. Wie im richtigen Leben halt :o).
Ich mach´ mich jetzt zurück an den Track mit dem ich mich in den letzten Tagen am meisten beschäftigte, der ein neuer Favorit für das Ende der Platte ist und im Moment den Arbeitstitel "Kleiner als 3" trägt.
Gott ist groß
mo
P.S.: Cassandra spielt kommenden Donnerstag, den 21. Juli im Nu Soul in Frankfurt. Kuckst Du hier: http://www.facebook.com/event.php?eid=133595106719857
P.P.S.: Show some Love: http://www.facebook.com/mosespelham