Geschrieben von: Moses Pelham in Moses Pelham Blog am
Sonntag, 09. Januar 2011







Liebe Freunde,
meine, Wahren, Rechten, Treuen.
Ich sammle ja bereits, wie einige von Euch wissen, seit weit über zwei Jahren Material für eine Soloplatte aber außer "Bilder" - das Ihr ja längst kennt - und zweier Stücke namens "Höha" und "Ich liebe sie noch" wollte mir nichts würdig erscheinen den Weg auf auf "GL3" zu finden. Mir war ziemlich klar, was ich auf keinen Fall mehr wollte aber ich hatte nur eine wage Idee davon, was ich demzufolge tun sollte und die ist dann natürlich schwer umzusetzen. Vorallem auch, wenn man ganz ohne Druck, fast eher theoretisch über sein Hobby-Projekt nachdenkt und dauernd an Gesangsstücken arbeitet.
Es ist auch hier wie so oft im Leben: Alles arm finden ist relativ einfach, einen ordentlichen Gegenentwurf machen, dagegen etwas schwieriger.
Naja, man muss ja auch nicht unbedingt eine Rap-Platte machen und ich kann meinen Empfindungen ja glücklicherweise auch in GLASHAUS-Tracks oder Liedern für andere Menschen Ausdruck verleihen.
Mitte des vergangenen Jahres kam ein junger Rapper - also jung aus meiner Perspektive :o) - mit dem Anliegen auf mich zu, seine nächste Platte zu produzieren.
Ich war von der Anfrage völlig überrascht, brachte das auch zum Ausdruck und ließ all meinen Bedenken bezüglich der Situation von Rap in Deutschland freien Lauf. Interessanterweise, teilte der junge Mann meine meisten Bedenken und sagte, dass er mich gerade wegen meiner Bedenken für die einzig vernünftige Besetzung halte.
Offengesprochen war ich nicht nur überrascht, sondern auch geschmeichelt und bat um Bedenkzeit.
Je länger ich im Hintergrund über die Idee nachdachte, desto spannender fand ich sie. Ich sammelte seltsam beflügelt Ansätze, ging über mehrere Wochen all meine Platten durch um Beispiele für dieses und jenes zu finden, machte mir Notizen und formulierte erstmals schriftlich all meine Gedanken dazu, wie ich mir eine vernünftige Rap-Platte, wie ich sie heute gerne in meinem Leben hätte, vorstelle.
Das Ganze erinnerte mich, obgleich es etwas wissenschaftlicher daherkam, an die Jahre 1992 und 93 als ich mich erstmals konstruktiv mit der Frage beschäftigte, wie eine Rap-Platte aus Deutschland klingen müsste, die ich nicht - gelinde gesagt - uninteressant fände. Wohlig belebender Sturm und Drang :o). Naja, ich gelangte jedenfalls zu einigen Erkenntnissen und führte mir ein paar Dinge wieder vor Augen.
Martin und ich mussten, um meinen musikalischen Vorstellungen gerecht zu werden, ein paar Umbaumaßnahmen im Studio vornehmen, begannen aber bald, zwischen anderen Produktionen, an den Experimenten für das was ich "Rap für Erwachsene" nenne zu arbeiten.
Ihr ahnt es, es kam wie es kommen muss, wenn jemand der Rap liebt seit er zwölf ist, plötzlich wieder an Rap-Tracks arbeitet: Ich begann selbst wieder intensiver Raps zu schreiben. Erst weil ein Instrumental ja irgendwie einen Layout-Rap braucht, damit man sich überhaupt vorstellen kann wie das dann am Ende als Lied klingen könnte, dann als Beispiel für das was ich mir wünschen würde - ich mein´ es gibt doch nichts Schlimmeres als diese Menschen die alles mögliche über Rap zu berichten wissen und zu kritisieren haben aber selbst keinen Meter rappen können - und schließlich, ganz einfach weil es mir unfassbare Freude bereitet.
Ich gehe dieser Tage sehr auf in meinem schon so lange gehegten Wunsch die "Geteiltes Leid"-Trilogie zuende zu bringen. Das mir Unaussprechliche irgendwie begreifbar zu machen. Das was mein Herz empfindet ohne Schonung in Lieder zu gießen. Etwas Vernunft zu dokumentieren. Die Wahrheit aufzuschreiben. Vortreffliches zu erkennen und es auszusprechen wagen. Ich kann nicht sagen wann "GL 3" fertig sein wird, es ist nach wie vor ein reines Hobby-Projekt dem ich in meiner Freizeit nachgehe, es gibt bis jetzt erst fünf fertig geschriebene Stücke, die außer "Bilder" auch allesamt nicht zuende produziert sind aber es gibt dieses Feuer, diesen Drang und, wie es in einem der vielen unfertigen Ansätze lautet, DEN ENTHUSIASMUS EINES KINDES 28 JAHRE GEREIFT ...
Gott ist groß
mo
P.S.: Der heutige Titel des Tages ist der aus dem letzten Beitrag, er heißt jetzt nur anders :o). Kein Spaß, versteht irgendwer, was ich meine?
P.P.S.: Meine heutigen Bilder des Tages zeigen meine Wenigkeit beim Verfassen dieses Eintrages.
P.P.P.S.: Ich hoffe Ihr nehmt wohlwollend zur Kenntnis, dass ich nun auch das ß benutze und mich nicht länger hinter der Geschichte von der Amerikanischen Tastatur, die ich seit zehn Jahren nicht mehr habe, verstecke :o).